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Teilprojektbeschreibung

Ökologisch-ökonomische Bewertung der teilflächenspezifischen Bewirtschaftung:

Einleitung:

Seit den 90 er Jahren werden neue Technologien der teilflächenspezifischen Bewirtschaftung erforscht und erprobt, um räumliche Variabilität von Standorteigenschaften und das daraus resultierende heterogene Pflanzenwachstum gezielt zu steuern. Diese Technologien ermöglichen die ortsgenaue Kartierung von Bodeninformationen, Erträgen und Pflanzenparametern und die gezielte Umsetzung dieser Information in eine effizientere Bewirtschaftung. Aufgrund dieser Möglichkeiten wird angenommen, dass die teilflächenspezifische Bewirtschaftung Nährstoffeffizienz und Produktivität erhöht und gleichzeitig Gefährdungspotentiale für Grund- und Oberflächengewässer vermindert werden. Die ökonomischen Auswirkungen und Umwelteffekte der Teilflächenbewirtschaftung sind bisher allerdings noch nicht hinreichend geklärt, so dass noch keine gesicherten Aussagen über den Zusammenhang zwischen den ökologischen und ökonomischen Wirkungen von teilflächenspezifischer Bewirtschaftung gemacht werden können.

Ziele:

Das Forschungsprojekt soll eine umfassende Analyse der wirtschaftlichen und umweltrelevanten Auswirkungen der verschiedenen teilflächenspezifischen Technologien auf Schlag und Betriebsebene liefern. Dabei soll besonders die Bedeutung der Unsicherheit in die Überlegungen miteinbezogen werden, um für die Technologien der teilflächenspezifischen Düngung Chancen und Grenzen der Einsetzbarkeit aufzuzeigen. Ferner soll für repräsentative Standortbedingungen insbesondere der Frage nachgegangen werden, inwiefern im Zusammenhang mit einer teilflächenspezifischen Bewirtschaftung Umweltrestriktionen, wie z.B. maximal tolerierbare N-Austräge, mit geringeren ökonomischen Konsequenzen verbunden sind, als bei flächiger Bewirtschaftung. Darüber hinaus wird ein Regelwerk erstellt, mit dem beide Belange - Ressourcenbelastung und ökonomische Kenngrößen - berücksichtigt werden.

Methoden und Lösungsansatz:

Als Datengrundlage dienen im Wesentlichen die Versuchsergebnisse zu Streifen- und Parzellenversuchen, die seit 1999 auf den Versuchsgütern Dürnast und Scheyern und in der jetzigen Projektphase auch in Thalhausen durchgeführt werden. Vier wesentliche aufeinander aufbauende Arbeitsschritte sind vorgesehen.

1. Ökonomik von teilflächenspezifischer Bewirtschaftung

Die untersuchten Methoden der kleinräumigen Bewirtschaftung (Online, Mapping, Mapping mit Online overlay) sollen hinsichtlich der mit den Methoden verbundenen Kosten und Erträge, sowie der Umweltwirkungen ausgewertet werden, um Aussagen über die Übertragbarkeit der Technologien in der landwirtschaftlichen Praxis ableiten zu können.

2. Ableitung von ökonomisch/ ökologischen Potentialen von teilflächenspezifischer Bewirtschaftung

Auf der Basis der Stickstoffbilanzen und der ökonomischen Kalkulationen soll eine ressourcenökonomische Analyse der teilflächenspezifischen Bewirtschaftung im Vergleich zur flächeneinheitlichen Bewirtschaftung erfolgen, mit dem Ziel ein Modell zu erstellen, das die ökonomischen und ökologischen Effekte verschiedener Verfahren der Teilschlagwirtschaft quantifiziert. Dabei sollen die ökonomischen und umweltrelevanten Potentiale der teilflächenspezifischen Bewirtschaftung herausgearbeitet werden.
Zur Bewertung der umweltrelevanten Effekte sollen ressourcenökonomische Ansätze verwendet werden. Hier steht der Vermeidungskostenansatz im Vordergrund, wobei auch andere Methoden zur Bewertung externer Effekte diskutiert werden sollen.

3. Regelwerk für eine am tolerierbaren Überschuss orientierte Wirtschaftsweise

Aus den ökonomischen und umweltrelevanten Potentialen der teilflächenspezifischen Wirtschaftsweise soll ein Regelwerk für eine am tolerierbaren Überschuss orientierte Wirtschaftsweise abgeleitet werden. Das Modell soll genutzt werden, um das Potential der Anwendung verschiedener Technologien der Teilflächenwirtschaft in Abhängigkeit von gegebenen Rahmenbedingungen abzuschätzen und Empfehlungen für die Ausgestaltung von Agrarumweltprogrammen zu machen.

4. Szenarien

Das Regelwerk soll für Szenarienrechnungen zu möglichen Konsequenzen einer Orientierung am ökonomischen Optimum bzw. am tolerierbaren Überschuss genutzt werden. Zudem soll für diese Modellierung eine ex ante Bewertung der Ökonomie aus Sicht des Landwirts unter Einbeziehung der Unsicherheit erfolgen. Der Unsicherheit soll mit Hilfe von Monte-Carlo Simulationen und dem Konzept der stochastischen Dominanz Rechnung getragen werden.
Für Szenarienrechnungen der Orientierung am tolerierbaren Überschuss sollen gegebene und in der Diskussion befindliche Grenzwerte herangezogen werden (z.B. Nitrat im Sickerwasser) und die Konsequenzen für die teilflächenspezifische Bewirtschaftung abgeleitet werden. Die Szenarienrechnungen sollen einen wesentlichen Beitrag zur Einschätzung der Einsatzmöglichkeiten der Technologien zur Entlastung der Ressourcen geben und Hilfen für eine zielgerichtete Steuerung agrarumweltpolitischer Instrumente liefern.

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Melody Thomas, 26.11.2003, Impressum