Beitrag für "Mitteilungen der Vereinigung Weihenstephaner Universitätsabsolventen", Nr. 85, Winter1998
 
Forschergruppe "Informationssystem Kleinräumige Bestandsführung Dürnast" (IKB Dürnast)
 

Prof. Dr. H. Auernhammer
(Institut für Landtechnik, Abteilung für Technik in Pflanzenbau und Landschaftspflege)

 
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat der Einrichtung einer Forschergruppe in Weihenstephan zugestimmt. Seit 1.9.1998 wird in diesem Vorhaben auf der Versuchsstation Dürnast ein "Informationssystem Kleinräumige Bestandsführung (IKB-Dürnast)" aufgebaut. Vorgesehen ist die automatisierte kleinräumige Erfassung aller wichtigen Informationen innerhalb der Pflanzenproduktion, deren Speicherung und Verarbeitung bis hin zur Integration in eine sensorgesteuerte lokale Stickstoffdüngung in Abhängigkeit zu den örtlichen Gegebenheiten. In Ergänzung zur bisherigen Form der Landnutzung mit homogener Behandlung aller Flächen werden damit Grundlagen für das "Landnutzungssystem nach Teilflächen" im sog. "Precision Farming" erarbeitet.

In der Forschergruppe arbeiten für die Dauer von 6 Jahren 5 Lehrstühle aus Weihenstephan zusammen. Der Lehrstuhl für Landtechnik (Prof. Dr. Auernhammer, Initiator und Sprecher der Forschergruppe) ist mit zwei Teilprojekten vertreten. Je ein Teilprojekt wird vom Lehrstuhl für Pflanzenbau (Prof. Dr. Wenzel, Dr. Maidl) und vom Lehrstuhl für Pflanzenernährung (Prof. Dr. Schmidhalter, Dr. Gutser) eingebracht. Weitere zwei Teilprojekte sind am Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Landbaues (Prof. Dr. Wagner) beheimatet. Zugleich stellt dieser Lehrstuhl die Versuchsstation Dürnast (Prof. Dr. Heißenhuber) für das Vorhaben bereit. Zusätzlich ist ein Teilprojekt am Lehrstuhl für Landnutzungsplanung und Naturschutz der LMU (Prof. Dr. Ammer, Dr. Schneider) angesiedelt.

Vorgesehen ist die Ausstattung aller in Dürnast eingesetzten Maschinen und Geräte mit elektronischen Kommunikations-, Identifikations- und Sensorsystemen durch die Nutzung des LBS (Landwirtschaftliches BUS-System). Durch den Einsatz von GPS werden damit alle wesentlichen Prozeßdaten kleinräumig im Sekundenabstand erfaßt. Über verschiedene Übertragungswege (Chipcard, PCMCIA, Funk) fließen diese Daten in das zu erarbeitende Informationssystem ein und stehen für vielfältige geostatistische und betriebswirtschaftliche Analysen zur Verfügung.