Beitrag für "Mitteilungen der Vereinigung Weihenstephaner Universitätsabsolventen", Nr. 85, Winter1998
 
Forschergruppe "Informationssystem Kleinräumige Bestandsführung Dürnast"
(IKB Dürnast)
 
 
Teilprojekt 1:
Analyse und Validierung lokaler Ertragsdaten
 

Thomas Steinmayr
(Institut für Landtechnik, Abteilung für Technik in Pflanzenbau und Landschaftspflege)

 
Die Ertragskartierung stellt eine Grundlage für die Teilflächenbewirtschaftung dar. Lokale Ertragsdaten sind jedoch mit vielerlei Fehlern behaftet. Von besonderer Bedeutung sind Ortungsfehler, Durchsatzmeßfehler, Schnittbreitenfehler, der Versatz der Ertragsmessung gegenüber dem Schnitt, und Feuchtebestimmungsfehler. Diese Fehler fallen bei der Ertragskartierung desto stärker ins Gewicht, je höher die Auflösung nach Ertragsklassen sowie nach Rastergrößen ist. Die anzustrebende bestmögliche Auflösung von Ertragskarten wird somit von der Größe der Fehler begrenzt. Es wird daher in einem ersten Arbeitsschritt versucht, die Fehler bei der lokalen Ertragsermittlung zu quantifizieren.

Der Durchsatzmeßfehler wird auf dem vorhandenen Prüfstand in Dürnast mit verschiedenen Ertragsermittlungssystemen unter variierenden Versuchsbedingungen (mehrere Feuchtestufenund Geräteneigungen) für die wichtigsten Getreidearten und für Körnermais bestimmt.

Abweichungen des Meßversatzes und Feuchtemeßfehler können ebenfalls auf dem Prüfstand ermittelt werden.

Die Fehler bei der Ortung werden durch den Einsatz eines Laser- bzw. Infrarottachymeters mit Zielverfolgungsmodus als Referenzsystem für DGPS erfaßt.

Für die anschließende Datenanalyse werden die langjährigen Ertragsdaten des FAM-Projektes in Scheyern und die neu hinzukommenden Daten aus Dürnast herangezogen. Beide Standorte sollen dabei hinsichtlich der Fehlerursachen verglichen werden, um die Übertragbarkeit auf andere Standorte beurteilen zu können.

Im zweiten Arbeitsschritt werden die vorliegenden Ertragsdaten entsprechend der Ergebnisse der Fehleranalyse bereinigt. Auf der Grundlage des abzuschätzenden verbleibenden Restfehlers wird die höchstzulässige Auflösung nach Ertragsklassen und Rastergrößen bzw. Reichweiten bestimmt. Die Differenzierung in homogene Teilflächen erfolgt unter Berück-sichtigung der Arbeitsbreiten der eingesetzten Ernte- und Applikationsmaschinen und räumlicher Korrelationen der Ertragsdaten. Letztere werden mit Hilfe geostatistischer Methoden ermittelt.

Anhand der langjährigen Ertragsdaten aus Scheyern und der neuen Daten aus Dürnast wird schließlich die zeitliche Stabilität der Ertragsmuster untersucht.