Beitrag für "Mitteilungen der Vereinigung Weihenstephaner Universitätsabsolventen", Nr. 85, Winter1998
 
Forschergruppe "Informationssystem Kleinräumige Bestandsführung Dürnast"
(IKB Dürnast)
 
 
Teilprojekt 3:
Variabilität der Biomassebildung und des N-Status in Pflanzen
 

Joachim Liebler
(Pflanzenbau)

 
Zur Umsetzung einer kleinräumig optimierten N-Düngung werden heterogene Schläge in homogene Teilflächen untergliedert und diese spezifisch bewirtschaftet. Eine derartige Einteilung in homogene Teilflächen kann wegen der Wechselwirkung "Standort x Jahreswitterung" über mehrere Jahre hinweg jedoch nicht als konstant betrachtet werden und ist deshalb nicht ausschließlich aufgrund von Ertragskarten und Bodenunterschieden vorzunehmen. Vielmehr sind Unterschiede, die sich aus dem aktuellen Wachstums- und Ernährungszustands des Bestandes ergeben, zu berücksichtigen, die nicht zwangsläufig mit Bodenunterschieden und Ertragskarten korrelieren.

Destruktive Methoden (Boden- und Pflanzenanalysen) zur Identifizierung von in sich homogenen Teilflächen verursachen bei großflächigem Einsatz einen enormen Arbeits- und Kostenaufwand und sind daher für diesen Zweck ungeeignet. Deshalb sollen in diesem Teilprojekt nicht-destruktive Verfahren weiterentwickelt bzw. verbessert werden. Dazu werden für die Kulturen Winterweizen und Mais zweijährige Feldversuche auf Flächen mit unterschiedlichem Ertragspotential angelegt. In diesen Feldversuchen variieren Sorte, N-Menge und bei Mais auch die Aussaatstärke. Zu verschiedenen Entwicklungsstadien werden optische Messungen durchgeführt und parallel dazu Pflanzenproben entnommen und analysiert. So ist es möglich, Zusammenhänge zwischen den spektralen Eigenschaften eines Bestandes und seinen wichtigen pflanzenbaulichen Parametern wie z. B. Biomasseaufwuchs und N-Aufnahme zu erfassen. Darauf aufbauend soll ein Konzept für eine teilflächenspezifische Stickstoffdüngung unterschiedlich entwickelter und ernährter Bestände erarbeitet werden. Ziel ist, Richtwerte für die Stickstoffdüngung zu entscheidenden Entwicklungsstadien aufgrund der Ergebnisse der optischen Messung und des Erfahrungswissen über den Standort abzuleiten.